Ein Rabatt ist mit einem Klick aktiviert. Die Folgen können die gesamte Supply Chain beschäftigen. Rund um Black Friday und Cyber Monday treffen hohe Bestellmengen auf Lager, Versand und Paketnetze. Entscheidend ist deshalb nicht nur, was im Onlineshop passiert. Ebenso wichtig ist, wie die Aufträge anschließend abgewickelt werden.
Der Black Friday findet 2026 am 27. November statt. Ein Blick auf den Paketrekord von 2025 und aktuelle internationale Studien zeigt, welche Fragen Unternehmen schon vor dem Aktionstag klären sollten.
2025: Milliardenumsätze erwartet und Weihnachtseinkäufe im Fokus
Der Handelsverband Deutschland (HDE) prognostizierte für Black Friday und Cyber Monday 2025 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro mit preisreduzierter Ware. Das war eine Prognose, kein nachträglich gemessener Umsatz. In einer vom IFH Köln im Auftrag des HDE durchgeführten Befragung planten 48 Prozent der mehr als 1.000 befragten Onlinekunden, am Black Friday reduzierte Produkte zu kaufen. 54 Prozent der Befragten wollten den Aktionstag auch für Weihnachtseinkäufe nutzen. [1]
Diese Zahlen beschreiben Kaufabsichten in Deutschland im Jahr 2025. Wie groß die anschließend zu bewältigenden Paketmengen tatsächlich werden können, zeigt eine andere Kennzahl.
Die logistische Welle kam nach dem Black Friday
Am 2. Dezember 2025 sortierte DHL in Deutschland innerhalb von 24 Stunden rund 12,4 Millionen Sendungen. An einem normalen Tag liegt die Vergleichsgröße nach Angaben des Unternehmens bei etwa 6,7 Millionen Paketen. Es handelte sich um die im Paketnetz von DHL bearbeiteten Sendungen. Es waren nicht 12,4 Millionen Zustellungen am Black Friday. [2]
DHL führte die hohen Mengen ausdrücklich auf die vielen Onlinebestellungen des Wochenendes rund um Black Friday zurück: Seit Beginn der darauffolgenden Woche wurden die Pakete sortiert und anschließend zugestellt. Im weltweiten Expressnetz von DHL lagen die internationalen Paketzustellungen zwischen Thanksgiving (27. November) und Cyber Monday (1. Dezember 2025) zudem rund 20 Prozent über dem Wert eines durchschnittlichen Tages. [2]
Der Rückblick zeigt: Für die operative Planung endet Black Friday nicht mit dem letzten Rabattcode.
Black Friday 2026: Händler und Kunden setzen unterschiedliche Schwerpunkte
Der DHL Black Friday Trend Report 2026 liefert einen aktuellen internationalen Blick auf das Einkaufsereignis. In der zugrunde liegenden Befragung gaben 41 Prozent der Onlinekunden an, am Black Friday einzukaufen. Gleichzeitig berichteten 84 Prozent der befragten Unternehmen im Onlinehandel, entsprechende Aktionen anzubieten. [3]
Diese Werte stammen aus einer internationalen Erhebung und sind nicht als Prognose für den deutschen Black Friday 2026 zu verstehen. Sie zeigen jedoch, wie stark Black Friday im Angebotskalender der befragten Händler verankert ist.
Die Kaufentscheidung fällt auch beim Versand
Der neue Bericht von DHL untersucht ausdrücklich das Verhalten von Menschen, die am Black Friday einkaufen. Ein Drittel dieser Befragten gab an, am ehesten bei der Auswahl der Versandoptionen den Kauf abzubrechen. 81 Prozent würden ohne ihre bevorzugte Lieferoption nicht bestellen; 74 Prozent nannten das Fehlen ihrer bevorzugten Retourenoption als möglichen Abbruchgrund. [3]
Auch Vertrauen spielt eine Rolle: 77 Prozent der befragten Käufer am Black Friday würden nicht bei einer Marke bestellen, wenn sie deren Dienstleistern für Lieferung oder Retouren nicht vertrauen. Das sind geäußerte Kaufabsichten aus einer Befragung, keine Messwerte tatsächlich abgebrochener Warenkörbe. [3]
Für Händler ist der Checkout damit mehr als ein Preisvergleich. Lieferbedingungen und Retourenbedingungen sind Teil des angebotenen Einkaufserlebnisses.
Retouren und Abholstellen gehören zur Planung der Hochsaison
45 Prozent der im Black Friday Trend Report befragten Käufer am Black Friday wünschen sich mehr Abholstellen und Rückgabestellen außerhalb der eigenen Wohnung („Out of Home“). Der allgemeine Bericht von DHL über Trends im Onlinehandel 2026 zeigt außerdem, dass fast drei von zehn befragten Onlinekunden Bestellungen direkt an solche Standorte liefern lassen; mehr als sechs von zehn der in der Befragung erfassten Retouren erfolgen über Abholstellen und Rückgabestellen. [3] [4]
Das spricht aus unserer Sicht dafür, Zustellung und Rücksendung gemeinsam zu betrachten. Das gilt auch bei der Vorbereitung auf die Black Week.
KI ist im Einkaufsprozess angekommen. Ihre Logistikfolgen bleiben offen
Im Black Friday Trend Report 2026 gaben 44 Prozent der befragten Käufer am Black Friday an, KI bereits für Preisvergleiche verwendet zu haben. 47 Prozent berichteten, KI beim Stöbern oder Kaufen eingesetzt zu haben. [3]
Damit ist KI im Einkaufsprozess präsent. Ob und wie diese Nutzung künftige Bestellspitzen, die Artikelstruktur oder den tatsächlichen Paketdurchsatz verändert, lässt sich aus der Befragung allerdings nicht zuverlässig ableiten.
Was Unternehmen für Black Friday 2026 daraus ableiten können
Der Paketrekord von 2025 und die aktuellen Angaben zu Lieferoptionen und Retourenbedingungen betreffen unterschiedliche Teile derselben Prozesskette: vom Einkauf im Shop bis zur Abwicklung nach dem Kauf.
Aus Sicht von advise logistic sollte die Vorbereitung deshalb die gesamte Prozesskette einbeziehen. Dazu gehört, verfügbare Kapazitäten und mögliche Engpässe im Lager zu überprüfen, die Kommissionierung und den Warenausgang auf hohe Mengen auszurichten sowie Zustellprozesse und Retourenprozesse frühzeitig mit den beteiligten Dienstleistern abzustimmen.
Es geht nicht darum, für 2026 eine bestimmte Paketmenge zu behaupten. Eine solche Prognose lässt sich aus den hier genannten Zahlen nicht seriös ableiten. Entscheidend ist, wie gut die eigenen Abläufe auf unterschiedliche Belastungssituationen vorbereitet sind.
Fazit: Die Aktion dauert Tage. Die Verantwortung reicht weiter.
Black Friday 2026 ist am 27. November. Die Erfahrungen aus 2025 zeigen aber, dass die größten Paketmengen erst danach auftreten können. Gleichzeitig legen die aktuellen Befragungen von DHL nahe, dass Liefermöglichkeiten, Retouren und Vertrauen für viele Onlinekunden bereits beim Kaufabschluss wichtig sind.
advise logistic unterstützt Unternehmen bei der Analyse und Optimierung logistischer Prozesse und bei der Weiterentwicklung ihrer Supply Chain.
Die entscheidende Frage vor dem Black Friday lautet daher nicht nur: Wie viele Bestellungen kommen? Sondern: Ist die Logistik darauf vorbereitet, was danach kommt?
Quellen und Datenbasis
[1] Handelsverband Deutschland (HDE), 17.11.2025: Black Friday und Cyber Monday: HDE rechnet mit 5,8 Milliarden Euro Umsatz
[2] DHL Group, 02.12.2025: Black Week 2025: DHL bringt weltweit Millionen Pakete sicher ans Ziel
[3] DHL eCommerce, 2026: The New Formula for Black Friday. Black Friday Trend Report 2026
[4] DHL eCommerce, 2026: Bericht zu Trends im Onlinehandel 2026
Die Studien von DHL basieren auf internationalen Onlinebefragungen vom 15. Dezember 2025 bis 11. Februar 2026 (29.000 Onlinekunden in 29 Ländern, 5.800 Unternehmen in 28 Ländern). Die Prozentwerte sind keine ausschließlich auf Deutschland bezogenen Marktanteile. Die genannten Zahlen des HDE beziehen sich auf Deutschland 2025.
