Die Vorweihnachtszeit gilt traditionell als die intensivste Phase im Jahresverlauf für die Logistik. In kaum einem anderen Zeitraum steigen Sendungsmengen, Prozesskomplexität und Kundenerwartungen so stark und gleichzeitig. Für Unternehmen ist diese Phase ein idealer Stresstest – denn sie zeigt ungeschönt, wie robust und skalierbar ihre operativen Abläufe tatsächlich sind.

  1. Steigende Volumen und volatile Nachfragemuster

Während der Peak Season steigt die Auslastung vieler Unternehmen signifikant.

Typische Merkmale sind:

  • kurzfristige Nachfrageanstiege, die schwer vorhersehbar sind
  • stark schwankende Tagesvolumina
  • Engpässe in Lager, Kommissionierung und Transport
  • Spitzenlasten, die bestehende Systeme an ihre Grenzen bringen

Gerade diese Volatilität stellt hohe Anforderungen an Prognosemodelle und Kapazitätsplanung.

  1. Engere Zeitfenster und höhere Serviceerwartungen

Kund:innen – sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich – erwarten in der Weihnachtszeit:

  • kürzere Lieferzeiten
  • hohe Transparenz über Sendungsstatus
  • stabile Erreichbarkeit des Kundenservice

Lieferketten, die in dieser Phase nicht schnell genug reagieren können, riskieren Imageverluste und höhere Kosten durch Retouren oder Sonderprozesse.

  1. Komplexität in den Prozessen und Schnittstellen

Die Peak Season legt häufig Schwachstellen offen:

  • fehlende Standardisierung
  • unklare Verantwortlichkeiten
  • ineffiziente Schnittstellen zwischen Lager, Transport, IT und Kundenservice
  • manuelle Workarounds, die in normalen Zeiten unproblematisch sind, unter Spitzenlast aber kritisch werden

Für eine stabile Performance sind harmonisierte Prozesse und automatisierte Informationsflüsse entscheidend.

  1. Belastungstest für Systeme und Digitalisierung

IT-Systeme und digitale Tools müssen in der Peak Season beweisen, dass sie skalieren können.

Typische Herausforderungen:

  • Engpässe in Warehouse-Management- und Transport-Management-Systemen
  • Performance-Probleme bei hoher Datenlast
  • unzureichende Transparenz in Echtzeit
  • fehlende Schnittstellen zwischen Partnern

Gerade diese Zeit zeigt, ob digitale Lösungen nur „mitlaufen“ – oder tatsächlich Mehrwert liefern.

  1. Erkenntnisse für die Logistikstrategie 2025

Die Weihnachtszeit bietet wertvolle Datenpunkte, um die eigene Logistik auf Zukunft auszurichten:

  • Flexible Ressourcenmodelle (z. B. On-Demand-Workforce, externe Transportkapazitäten)
  • Moderne Prognoseverfahren auf Basis von KI und Echtzeitdaten
  • Robustere Bestands- und Dispositionsprozesse
  • Höhere Automatisierung im Lager und Transport
  • Transparente End-to-End-Prozesse durch verbesserte IT-Integration

Unternehmen, die diese Erkenntnisse systematisch nutzen, können ihre Lieferfähigkeit nachhaltig stärken.